index
Neuigkeiten
Bedarf ermitteln

Jetzt beginnt die praktische Durchführung der Heizungsoptimierung

Wir unterscheiden den Bedarf nach den unterschiedlichen Nutzungsarten und den zugehörigen Nutzungszeiten

 

Ermittlung des Bedarfes nach der Nutzungsart

Hier stellt sich zunächst einmal die Frage, was ist eigentlich ein Heizungswärmebedarf? Was wir genau darunter verstehen, werde ich an anderer Stelle noch abhandeln. Für mein Projekt soll es zunächst einmal nur die Höhe der gewünschten Raumtemperatur sein.

Da jedoch das Temperaturempfinden des Menschen extrem subjektiv, und außerdem auch noch starken Schwankungen unterworfen ist, ist es erforderlich, die Höhe der gewünschten Raumtemperatur festzulegen !

Diese Festlegung ist erforderlich, weil wir vermeiden wollen, daß durch unser ungenaues Temperaturempfinden ständig an Thermostatventilen herumgestellt wird, nur weil einer von uns gerade müde ist, hungrig  oder aufgekratzt. Dieses unkontrollierte Auf- und Zudrehen von Th-Ventilen kann nicht nur zu Energieverschwendung führen, sondern auch zu Familienstreitigkeiten.

Beispielsweise: Meine Partnerin kommt müde von der Arbeit nach hause und setzt sich zum Entspannen auf die Couch. Nach wenigen Minuten hat sich auch der Kreislauf an die Entspannung angepasst und entsprechend reduziert. Meiner Partnerin fröstelt es, sie dreht die Heizung auf!

Ich war schon 1 Stunde früher zu Hause, habe schon einen Kaffee getrunken, etwas gegessen und bin danach in meine Werkstatt gegangen und habe noch irgendwas gebastelt. 30 Minuten nachdem meine Partnerin die  Ventile geöffnet hat, komme ich auch ins Wohnzimmer. Bereits nach wenigen Sekunden bricht mir der Schweiß aus!

So geht’s also nicht!

Also sollten wir die Th-Ventile auf einen (oder mehrere) gewünschten Wert einstellen und auf jeden Fall markieren! Moderne Thermostatköpfe haben oft einen Merker oder einen Begrenzungsclip für die minimale und die  maximale Raumtemperatur. Die sollten Sie auf jeden Fall benutzen!

Nutzungsart

Mindest- Raumtemperatur während der Nutzungszeit

Raumtemperatur während der Bereitschaftszeit

Raumtemperatur während der Nicht-Nutzungszeit

Wohnzimmer

22

17

10

Esszimmer

22

17

10

Schlafzimmer unten

17

17

10

Küche

20

17

10

Badezimmer

23

17

10

Flur/Treppenhaus

16

16

10

Schlafzimmer Kind

21

17

10

Wohnzimmer Kind

21

17

10

Büro

21

17

10

Partykeller

10

10

10

 

 

 

 

Warmwasserbereiter

45°C - 55 °C

frostfrei

frostfrei

Die aufgeführten Temperaturen sind nicht das Maß aller Dinge, sondern ausschließlich das, was ich für unseren persönlichen Bedarf halte. Andere Menschen mögens wärmer, andere kälter. Die Höhe ist nicht  entscheidend.

Nur die Festlegung als solches!

Wie sie sehen, habe ich auch gleich die Raumtemperaturen während der anderen Nutzungsarten festgelegt. Diese kann man natürlich nicht über die Thermostatköpfe einstellen, sondern nur über die Regelungstechnik.

Bei der Grobeinstellung der Raumtemperaturen während der Nutzungszeiten habe ich mich zunächst an die Herstellerbeschreibung gehalten und mich nach den auf dem Th-Kopf aufgedruckten Merkzahlen gerichtet.

Bei der Feineinstellung habe ich mich dann doch lieber auf ein Messgerät ( ein sogenanntes Sekundenthermometer ) verlassen. Heutzutage sind die für jedermann erschwinglich. Zu meinem Erstaunen habe ich feststellen müssen, daß die Merkzahlen ziemlich genau sind.

Nach mehreren Feineinstellungen, die ich abends gegen 20.00h (alles war seit Stunden warm) durchgeführt habe, war die Sache nach ca. 2 Wochen erledigt und alle Th-Ventile waren auf Ihren Sollwerten festgesetzt.

Dachte ich zumindest!

Nach 8 Wochen stellte sich heraus, daß die alten Ventile wohl nicht mehr ganz in Ordnung waren, so daß ich sie im darauffolgenden Frühling allesamt ausgewechselt habe. Dann habe ich gleich noch einen leichten  hydraulischen Abgleich gemacht, da die neuen Ventile voreinstellbar waren. Danach musste ich die Temperatureinstellung nochmals durchführen.

 

Ermittlung des Bedarfes nach der Nutzungszeit

 Wie jedem vermutlich klar sein dürfte, besteht der vorher genannte Bedarf nur dann, wenn die genannten Räume (oder auch das warme Brauchwasser) auch genutzt werden. Jeder vernünftige Heizungsbetreiber  schaltet seine Anlage aus, wenn beispielsweise in den Herbstferien niemand zu Hause ist.

Bei näherer Betrachtung der eigenen Gewohnheiten werden sie jedoch auch im normalen Alltag viele Zeiten finden, in denen Sie Ihre Räume überwiegend nicht nutzen.

Beispielsweise, wenn alle Bewohner berufstätig oder schulpflichtig sind. Sie sollten einmal die Zeiten notieren, in denen die Räume oder auch das Brauchwasser tatsächlich warm sein muß. Anheizzeiten sind hierbei  nicht zu berücksichtigen. Für unsere Familie habe ich das einmal gemacht:

 

           Raumheizung

       Warmes Brauchwasser

Wochentag

Morgens

Nachmittags

Morgens

Nachmittags

Montag

04.45h / 07.00h

16.00h / 22.00h

04.45h / 07.00h

18.00h / 20.00h

Dienstag

04.45h / 07.00h

16.00h / 22.00h

04.45h / 07.00h

18.00h / 20.00h

Mittwoch

04.45h / 07.00h

16.00h / 22.00h

04.45h / 07.00h

18.00h / 20.00h

Donnerstag

04.45h / 07.00h

16.00h / 22.00h

04.45h / 07.00h

18.00h / 20.00h

Freitag

04.45h / 07.00h

14.00h / 23.00h

04.45h / 07.00h

18.00h / 20.00h

Samstag

08.00h / 10.00h

12.00h / 23.00h

08.00h / 10.00h

18.00h / 20.00h

Sonntag

08.00h

23.00h

08.00h / 10.00h

18.00h / 20.00h

Wie jedermann unschwer erkennen kann, ist in unserem Fall die eigentliche Nutzungszeit nur ein Bruchteil des Tages. Die restliche Zeit könnte man die Heizung ausschalten und viel Brennstoff sparen. Zur diesem Zweck benötigten wir jedoch eine Regelungseinrichtung, die dazu in der Lage ist, mehrere Zeitprogramme täglich zu realisieren. Außerdem muß der Regler in der Lage sein, anhand der Außentemperaturen die optimale Startzeit zu errechnen, damit es auch pünktlich warm ist.

Dies ist jedoch mit etlichen modernen Reglerfabrikaten mittlerweile leicht möglich. Sollten Sie nicht über einen solchen Regler verfügen, so gibt es immer noch einfache Zeitschaltuhren.

Alle Zeiträume, die nicht in der Tabelle aufgeführt worden sind, haben also entweder keinen, oder einen anderen Wärmebedarf. Wenn sie jedoch keinen Wärmebedarf haben, wieso schalten wir denn die Heizung nicht  einfach aus??

Natürlich schalte ich die Heizung aus!

Allerdings überwache ich die Raumtemperatur mit einem Raumfühler und verhindere eine totale Auskühlung des Gebäudes, um ein Wiederanheizen innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes zu ermöglichen.

Aber dazu komme ich später........

[index] [Einführung] [Optimierung] [Verbrauchsauswertung] [Neuigkeiten] [Messdaten] [Referenzen] [Komponenten] [Betrieb & Wartung] [Der Regler] [Impressum] [Haftungsausschluss] [Links] [Eigene Sache]

Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, wenden Sie sich bitte an unseren Webmaster.©Copyright 2002 Martin Havenith. Alle Rechte vorbehalten.