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Betrieb & Wartung

In diesem Abschnitt werde ich versuchen, auf einige Dinge hinzuweisen, die nicht immer offensichtlich sind, oder einfach als selbstverständlich oder normal angesehen werden.

Ich werde sie nennen, wie sie mir gerade einfallen, oder worauf ich gerade neu stosse. Eine bestimmte Struktur wird sich erst im Laufe der Zeit entwickeln. Auch hier bin ich auf Ihre Anregungen und Fragen angewiesen, da ich als Fachmann die Dinge oft unter einem anderen Blickwinkel sehe, als der Laie.

Nicht alles kann der Laie selbst durchführen; dennoch bin ich der Meinung, das der Heizungsbetreiber sehr wohl wissen sollte, was sich in und um seine Heizungsanlage abspielt, und was sein Kundendienst in welcher Art und Weise tut, bzw tun sollte.

Wartungsarbeiten, die meiner Meinung einmal jährlich durchgeführt werden sollten:

Die Kesselreinigung

Die Brennerwartung

Der Ölfilterwechsel

Der Düsenwechsel

Düsenleistungen finden sie hier

Oder jetzt neuerdings hier: Düsentabelle der Fa. Fluidics

Mit freundlicher Genehmigung der thermo-technik-Müller GmbH, www.tetec-mueller.com

Die Prüfung des Membranausdehnungsgefäßes

Die Prüfung des STW und des STB

Die Gradtagzahlen für den Raum Aachen zur Witterungsbereinigung

Die Bestimmung der erforderlichen Brennerleistung

In längeren Abständen:

Die Öltankrevision

Die Kesselreinigung

Die Kesselreinigung kann zunacht einmal von jedermann durchgeführt werden. Es ist einfach nur eine anstrengende, schmutzige und zeitaufwändige Arbeit, die gerade bei den meisten Ölkesseln keiner besonderen Qualifikation bedarf, sondern vielmehr einer besonderen Ausdauer und Gründlichkeit.

Die ist möglicherweise beim Besitzer und Betreiber einer Ölfeuerung deutlicher ausgeprägt, als beim Fachmann.

Wenn sie die Kesselreinigung selbst durchführen, hat das zumindest den angenehmen Nebeneffekt, das sie sich nun ein genaues Bild vom Zustand des Feuerraumes und der Verbrennung / Korrosion in Ihrem Kessel machen können.

Notwendig ist die Reinigung, da sich im Betrieb unvermeidlich die unterschiedlichsten Ablagerungen bilden können. Ein Ölkessel wird vermutlich innen niemals ganz sauber bleiben. Es gibt Ablagerungen der unterschiedlichsten Sorten Ruß, Schwefel, verbrannter Schwebstäube, Korrosionsprodukte und Reaktionsprodukte von Schamotte oder ähnlichen Keramikeinbauten.

Alle diese Ablagerungen haben zumindest eins gemeinsam:

Sie bilden eine Wärmedämmung zwischen Heizgas und Heizungswasser. Der Wärmeübergang wird verschlechtert, die Abgastemperatur steigt, der Kesselwirkungsgrad verschlechtert sich.

Mangelhafte Wartung kann sogar zu gravierenden Kesselschäden, oder zum Ausfall der Anlage führen. Selbst der jährliche Besuch des Schornsteinfegers ist keine Garantie für eine einwandfreie Anlage.

Bei einem Störeinsatz habe ich einmal einen Ölkessel vorgefunden, der mehrere Jahre nicht gereinigt wurde. Der ist dann irgendwann ausgefallen, weil der Brenner nicht mehr in der Lage war, irgendetwas durch den Kessel zu fördern. Leider hab ich keine Bilder gemacht. Im Kesselraum waren sämtliche Abgaszüge mit Ablagerungen verstopft, der Brennraum war fast zur Hälfte mit festen Bestandteilen gefüllt, das Abgasrohr vom Kessel zum Schornstein war auf der gesamten Länge von ca 2m zu 50 % mit Schmutz gefüllt.

Der Schornsteinfeger hatte brav den senkrechten Teil gereinigt-die Abgasmessung war zwar miserabel, jedoch wurde der Besitzer nicht auf diesen Umstand hingewiesen.

Der vollkommen ahnungslose Besitzer war der Meinung, alles sei in bester Ordnung. Als ich den Zustand gesehen hatte, habe ich den Besitzer “verdonnert” in meinem Beisein alles zu reinigen. Nach Entfernung von ca 3 Eimern Schmutz habe ich dann den Kessel gewartet und wunderbare Abgasmesswerte hinbekommen.

 

Wie solche Ablagerungen aussehen:

Rußablagerungen kann ich leider (glücklicherweise) nicht zeigen, da mein Blaubrenner nahezu rußfrei arbeitet. Im ersten Bild erkennt man die hellen Schwefelverbindungen. Auf den beiden anderen Bildern kann man sehr schön die Rost und Schwefelablagerungen sehen. Die 3 Stücke im Vordergrund sind etwa so groß, wie ein 10 Cent-Stück. Diese Ablagerungen habe ich nach der Verbrennung von etwa 2000 Litern Heizöl in einer Menge von etwa 500 Gramm aus meinem Kessel entfernt. Sollten sie ebenfalls derart große Mengen vorfinden, müssen sie sich Gedanken wegen möglicher Taupunktunterschreitung machen. Dies werde ich in einem anderen Thema bearbeiten.

Der Ölfilterwechsel

Das Öl, das uns unser Heizöllieferant in den Tank pumpt, ist schon bei der Lieferung nicht ganz sauber. Schmutz und Rostpartikel gelangen sowohl während der Produktion, als auch beim Transport in unser Öl. Gewöhnlich sinken alle Partikel nach dem Betanken im laufe der Zeit auf den Tankboden nieder und bleiben dort liegen. Im Laufe der Jahre sammelt sich natürlich immer mehr an, auch bilden sich in Stahltanks Korrosionsprodukte. Alle diese Partikel werden bei jedem Betanken aufgewirbelt und bleiben je nach Größe unterschiedlich lange in der Schwebe.

Man soll auch aus diesem Grund nach der Betankung die Heizung mehrere Stunden ausgeschaltet lassen, damit zumindest die größeren Partikel nicht vom Brenner angesaugt werden können. Dennoch wird immer wieder etwas angesaugt. Diese Partikel können eine Größe haben, die unsere Brennerdüsen verstopfen oder beschädigen können.

Aus diesem Grund sind zwische Tank und Brenner immer Ölfilter (mit unterschiedlicher Durchlassweite) eingebaut. Die erforderliche Durchlassweite ist abhängig von der Bohrung der Brennerdüse. Je kleiner die Düse, desto feiner sollte der Vorfilter sein.

Man geht davon aus, das im Heizöl je 1000 liter etwa 20g Feststoffe enthalten sind. Einen Teil davon muß der Filter “schlucken”.

Bisher war ich bei meiner Anlage immer mit der billigsten Sorte Filter ausgekommen--dem Filzfilter. Allerdings hatte ich aufgrund der Anordnung zusammen mit dem Ölzähler ja auch zwei Filter hintereinander geschaltet. Im Rahmen meiner Optimierungsarbeit waren die Düsen jedoch immer kleiner geworden.  Mittlerweile war ich bei einer Düse 0,35 Usgal/h angekommen.

Dieses Jahr habe ich eine Öltankrevision durchfüllen lassen. Nach der Wiederbefüllung war am nächsten Morgen die Bude kalt!

Na ja, vielleicht hatte ich nicht lange genug gewartet...

Nach dem Austausch der verstopften Düse habe ich dann in der folgenden Woche vollgetankt. Am nächsten Morgen war die Bude wieder kalt!

Offensichtlich hatte der Billigfilter eine zu große Durchlassweite ( ca 100µm). Andere Filter gibt es mit Durchlassweiten von 70, 50, und 35 µm. Dennoch war mir das nicht genug. Ein wirklich feiner Filter musste her.

 

Glücklicherweise stieß ich auf einen Feinfilter, der keine aufwändigen Umbauten an der Ölversorgung erforderte: Ein Feinfilter mit 5 µm Durchlassweite, mit mehrfach höherer Filterfläche (10 - 35 fach) als die üblichen Filtereinsätze und zudem als einfacher Umrüstsatz für mein bereits vorhanden es Filtergehäuse. Nach Angaben des Herstellerst soll dieser Filter trotz seines besseren Abscheidegrades mehr als 80 g Feststoffe aufnehmen können, also für mindestens 4000 liter Öl, in meinem Fall etwa 2 Jahre ausreichen.

Ich kann diesen Filter bei Düsengrößen unter etwa 0,5 USgal/ h nur empfehlen. Die Düsenleistung bleibt länger konstant, Verstopfungen sind nahezu ausgeschlossen.

Das Bild zeigt den Filter unmittelbar nach dem Einbau. In der Filtertasse ist oben noch Luft zu sehen, der Filter ist noch nicht komplett entlüftet.

Normalerweise tausche ich die Filter einmal jährlich aus. Bei diesem Filter werde ich ausnahmsweise warten, bis der Brenner ausfällt. Ich werde davon berichten. Eingebaut habe ich den Filter am 03.10.03.

Allerdings ist der Einsatz etwas teurer, als die gröberen. Dennoch ist der Filter deutlich preisgünstiger als eine Brennerwartung, die bei einer verstopften Düse dann anschließend erforderlich wird.

Der Filtereinsatz heisst “Opticlean MC 18”und wird von der Fa. Microtec hergestellt. Preisempfehlung zzgl. MwSt 13,95 €Zu beziehen ist der Filter im Heizungsfachhandel.

 

Die Gradtagzahlen zur Witterungsbereinigung für den Raum Aachen beruhen auf Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes.

Hellgrün unterlegte Zahlen sind endgülig, rosafarben unterlegte sind vorläufig,  gelb unterlegte entsprechen dem langj. Mittelwert

 

Monat

Lang- jähriges Mittel 1970 - 2004

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2005

Jan

528

454

503

514

474

567

533

489

589

Feb

472

492

416

430

371

502

457

525

515

Mrz

430

388

421

426

388

356

431

398

430

Apr

331

294

251

349

304

278

269

276

331

Mai

186

140

137

120

160

169

219

168

186

Jun

99

89

76

107

39

0

88

28

99

Jul

44

12

102

17

24

11

51

27

44

Aug

38

46

0

6

0

19

23

32

38

Sep

135

34

81

207

135

120

99

103

135

Okt

279

292

260

129

292

386

237

189

279

Nov

409

434

359

432

338

342

427

413

409

Dez

498

493

438

563

494

487

539

535

498

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Summe

3450

3167

3043

3301

3017

3236

3373

3183

3553

Weitere Gradtagzahlen finden sie auf den Seiten der www.energiedepesche.de

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